Bergegurte

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Highlander
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Bergegurte

Beitrag von Highlander » Samstag 12. November 2005, 22:54

Bergegurte sind ja eigentlich nur Tragegurte wobei bei Tragegurten nur 1/7 der Bruchkraft angegeben wird(Sicherheitsreserve).
Das heißt z.B. ein Tragegurt für eine Tonne Zugkraft/ (7 Tonnen Bruchkraft) wird wohl meistens als Bergegurt mit 7 Tonnen Zugkraft verkauft!
-Das liegt an dem Unterschied zwischen statischen und dynamischen Kräfteentwicklungen.
Meine Frage jedoch lautet:
Welche Länge ist für einen Bergegurt fürs Gelände mit mehreren Fahrzeugen empfehlenswert und welche Bruchkraft sollte er mindestens haben??
Ich würde gerne wissen, wenn schon jemand positive oder auch negative Erfahrungen mit Bergegurten gemacht hat!
Ein Gurt mit einer Tonne Bruchkraft ist mit Sicherheit zu wenig, und mit 35 Tonnen auf jeden Fall zu viel
Genauso auch 25m sind bestimmt viel zu lang und 4m auf jeden Fall zu kurz!
Nur welcher ist nun der richtige ???
MfG Christian aus Bochum

idealist
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Beitrag von idealist » Sonntag 13. November 2005, 01:12

Hi!

Ich habe einen Gurt mit 7 Tonnen Bruchlast und einer Länge von 15m. Ist, so finde ich, ideal, da du ihn doppelt nehmen kannst und hast dann 14 Tonnen Bruchlast bei 7m Länge oder halt die oben genannten Werte.

Bis dann!
Frontera B, lang, Bj. 3.2003, 2,2 DTI
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Macht zusammen alles in einem 95 mm.

Iceman
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Beitrag von Iceman » Sonntag 13. November 2005, 10:59

Am besten ist es wenn der Bergegurt über 10T bruchlast hat da sich die belastung auf einen gurt sehr schnell aufbauen kann.

wir selber führen nur bergegurte von 10m und 14t bruchlast zu 36€


Andreas

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Thilo
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Beitrag von Thilo » Montag 14. November 2005, 06:33

Komm nicht auf die Idee einen normalen Gurt von einem Kran oder so was zu holen. Kauf das Ding im Fachhandel, die paar Euro werden dich nicht umbringen, wenn dir aber die Abschleppoese ( oder der Bullenfaenger ) deines Kumples durch den Kopf geht, weisst du dass du an der falschen Stelle gespart hast. Ein Bergegurt kann sich dehnen und so die benoetigte Kraft langsam aufbauen. Gleichzeitig bremst er das ziehende Fahrzeug auch langsam ab. Wenn du einen Gurt nimmst, der sich nicht dehnt, reisst es dir irgendwas kaputt, und wenn du Glueck hast wird niemand verletzt.

Bezueglich Staerke des Gurts: Je staerker er ist, um so besser funkioniert er. Ich wuerde mindestens 8 Tonnen empfehlen, wenn Groessere Autos als der Fronti dabei sind besser etwas mehr.

Und wenn du ihn dann einsetzt, alle Schaulustigen evakuieren. Einem Kumpel ist mal ein Bullenfaenger knapp am Kopf vorbei geflogen, seitdem sind alle etwas vorsichtiger.

Thilo

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Highlander
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Beitrag von Highlander » Dienstag 15. November 2005, 08:04

Ich habe da eine Firma aus Bochum, die für einen Bergegurt mit der Bruchlast von 10,5t und einer Länge von 10m inklusive zwei Schäkeln 29€ haben wollen. Ist doch OK, oder nicht?!?

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Panzerknacker
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Beitrag von Panzerknacker » Dienstag 15. November 2005, 16:08

Ist das ein gelber, breiter Gurt? Den habe ich auch. Er ist zwar nicht flexibel (Anlaufbergung), tut allerdings seinen Dienst sehr gut. Das einzige Problem ist, daß er wegen seiner relativen Breite (9-10 cm) auch etwas steifer ist, als ein schmälerer. Das ist manchmal mit dem Handling etwas nervig. Ich bin jedenfalls zufrieden. Wurde damit selbst schon desöfteren geborgen ...

Gruß
Panzerknacker
Solange mein Chef so tut als ob er mich gut bezahlt, solange tue ich so als ob ich gut arbeite!

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Robby
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Beitrag von Robby » Dienstag 7. November 2006, 12:07

Hallo,

Auch zu diesem Thema meine persönliche Erfahrung.

Bergegurt mind. 8 T besser 10
Baumgurt reicht auch die Hälfte, da er ja doppelt liegt und keine ruckartige Belastung darauf geht.
mind 3 Schäkel sehr großzügig dimensioniert. Habe schon oft erlebt das sie nicht mehr öffnen,
da durch Ruckbelastung Bolzen verbogen. Schäkel bei Benutzung nie ganz zu schrauben- immer 1 Umdrehung öffnen.

Länge 8-9m optimal besser 2 Kurze als eine Langen,denn das Aufwickeln (ich hatte mal 20m)
ist echt müßig. Man kann 2 Kurze bei Mangel an Schäkeln auch ohne Schäkel verbinden- nein nicht knoten!-
eine Schlaufe durch die andere ziehen, stabiler Stock oder Werkzeug (z.B.Radkreuz)durch - fertig.

Besser als jeder Gurt ist ein Kinetisches Seil (ich habe nur noch einen Baumgurt).
Jeder der das einmal gesehen hat will nix anderes mehr. Ich bringe jedes Jahr aus Lettland
x vorbestellte mit. Wir verwenden auf Reisen , wie auch im Motorsportnichts anderes mehr.
Haben uns für 12m 30%Dehnkraft 10t entschieden. Ist zwr deutlich teurer als ein Gurt aber
nach vielen zweifelhaftenGurterfahrungen auch deutlich billiger als ein Gurt.
Denn meist braucht man bei ernsthaften Bergemanövern einen deutlichen Ruck zum Befreien des Fahrzeuges.
Dies hatte häufig unangenehme Folgen (Shäkel nicht mehr auf, Gurt gerissen, Abschleppöse abgerissen und in Bergfahrzeug eingeschlagen.) Ins Kinetikseil kann man langsam steigernd mit
Schwung einfahren, steht das Berge-Fahrzeug selbst auf rutschigem Grund ist es überhaupt die einzige Chance.
Eine lange ergiebige Diskussion dazu gibt es hier, wenn der Link erlaubt ist :
http://www.4x4travel.org/phpBB2/viewtop ... l&start=15


Herzlich Robby,
der gerade von hier: http://www.reise-offroad-forum.de/viewtopic.php?t=46 zurück ist.
- immer unterwegs

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Thilo
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Beitrag von Thilo » Mittwoch 8. November 2006, 02:28

Da habe ich wohl das falsche Wort benutzt. Ich bin bei einem Bergegurt eigentlich davon ausgegangen, dass es ein Gurt ist der sich dehnt und damit die Kraft langsam aufbaut. Klar irgendwann ist er komplett gedehnt und dann ruckt's natuerlich. Wer einen Gurt nimmt der sich nicht dehnt, dem ist nicht zu helfen.

Uebrigens hift so was auch beim Abschleppen, mit Gefuehl wird dann das Abschleppen Ruckfrei. Und das drueberfahren ist auch etwas schwieriger.

Gruss

Thilo

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Rocky1964
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Beitrag von Rocky1964 » Mittwoch 8. November 2006, 09:28

Hallo,

sicherlich sind dehnbare Gurte oder "kinetische Seile" interessant.

Bergegurt, flexibel "Hashi-Ken 412SH" f. 3to-Fahrzeuge, ohne Haken
2,1m-4,4m / 38×20×18cm / Bruchlast 12 to/ rot / 2,8kg
Bestell-Nr. 20-92301-112-00 - Preis: 187,95 EUR
http://www.daerr.de/bestellen/ergebnis. ... jWtvLBBC44

oder von anderen Lieferanten wie Woick, Taubenreuther, Extrem, ORCS usw usf......

Aber ich kenne niemanden der sowas tatsächlich einsetzt. Allein der Preis ist schon irre.

Aus meiner bescheidenen Erfahrung reichen folgende Gurte völlig aus:

Bergegurt, extrabreit
9m / 60mm / Bruchlast 6 to / rot
Bestell-Nr. 20-92301-009-15 - Preis: 36,95 EUR
http://www.daerr.de/bestellen/ergebnis. ... jWtvLBBC44

Bergegurt Extrabreit (LKW-Gurt)
14 m / 90 mm / Bruchlast 10 to / gelb
Bestell-Nr. 20-92301-114-15 - Preis: 59,95 EUR
http://www.daerr.de/hauptartikel2_daerr ... 6/KFZ.html

oder von anderen Lieferanten wie Woick, Taubenreuther, Extrem, ORCS usw usf......

Bei uns im Club werden nur die normalen Gurte eingesetzt und das auch bei der 4h-Deutsche-Meisterschaft-Geländewagen, vielen Sahara-Touren, der Transilvania oder der Breslau.

Wir hatten bisher lediglich einen schweren Unfall beim Bergen u.ä. Und da hat es 4 Schraubenköpfe M10 durch (!) den Rahmenquerträger des Fahrzeugs gezogen. Da hätte auch kein dehnbarer Gurt geholfen, da ohne Ruck gearbeitet wurde. Geholfen hätte den Gurt mittig mit einer Decke o.ä. zu beschweren.

Ich empfehle jedem, der keine oder wenig Erfahrungen mit Bergen und Sichern im Off-Road-Bereich hat eine entsprechende Fahrschule oder ein Off-Road-Training zu absolvieren. Dort lernt man den sicheren Umgang mit Bergegurten.

Gruß

Rocky

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4x4 driver
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Beitrag von 4x4 driver » Mittwoch 8. November 2006, 20:30

@ idealist
Ich muss hier einen Gedankenfehler aufklären, ein Gurt mit 7 to Bruchlast hat immer 7 to Bruchlast auch wenn Du ihn doppelt nimmst! wenn es dir galänge den Gurt so zu straffen, z. B. eingespannt und unter Laborbedingungen, und die 2 Teile absolut gleichmäßig belastest, verteilst Du die Last auf 2 Gurte und es wären 14 to. zum Bruch notwendig nämlich 2x 7 to. Da dir das draussen aber nie gelingt wird er bei 7 to brechen und zwar warscheinlich an der Schlaufe wenn Du ihn um die AHK legen solltest.
Bin zwar Bauphysiker aber Physik bleibt Physik
Walter
Gruß Walter


der, der eigentlich Elektronik im Geländewagen hasst!

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Thilo
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Beitrag von Thilo » Donnerstag 9. November 2006, 03:37

Also mein Gurt mit Guetsiegel und 8 Tonnen Bruchlast hat um die 25 Euro gekostet. Er dehnt sich wie beschrieben und Baut die Kraft langsam auf. Also nix besonders teueres. Wenn die Dehnung dann am Ende ist, dann ruckt's schon unter Umstaenden kraeftig, aber das ist halt so. Habe ihn jetzt 2 mal gebraucht wobei er einmal versagt hatte, bzw. das Fahrzeug das mich rausziehen wollte. Der ist einfach gestoppt worden und weil er nicht im richtigen Winkel anfahren konnte, ist er halt hinten rumgerutscht und hat dann gestanden, da hat dann nur noch die Winde geholfen. Seit ich mal einen 100er Landcruiser damit 40 km weit am Strand abgeschleppt habe zeigen sich jetzt ein paar rote Faedchen. Denke dass er noch ein paar mal aushaelt und dann ersetzt werden muss.

Gruss

Thilo

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Rooki
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Beitrag von Rooki » Dienstag 14. November 2006, 19:03

Hallo

Ich will meinen Senf auch mal dazugeben. Ich denke auch das es nicht notwendig ist (für uns Hobbyoffroader)einen so teuren Gurt zu kaufen, aber es ist auch richtig das viele kurze besser sind als ein langer,ich zB. habe 3 Bergegurte a. 9to Bruchlast in den längen 4m,6,5m und 9m dazu 4 Schäkel mit je 6,3 to obwohl die auch schon etwas eng bemessen sind.Als weiteres Bergematerial habe ich ein Kernmantelseil (15m,5 to ) und eine Umlenkrolle an Bord welches sich auch schon als sehr nützlich erwiesen hat.Das Seil ist zwar kein Dynamikseil aber ich verwende es ja auch nur mit langsamen gleichmässigen Zug .


:freak: Rooki :freak:
Da stecken bleiben wo andere nicht hinkommen
Versuche mir zu folgen aber es wird weh tun

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